Kolonnen einteilen: fünf Regeln gegen Doppelbelegungen
Eine Doppelbelegung — dieselbe Kolonne zur selben Zeit auf zwei Baustellen — entsteht nicht am Montag auf dem Hof, sondern Wochen vorher in der Planung. Verhindern lässt sie sich mit fünf Regeln: eine Quelle der Wahrheit, ganze Kolonnen statt Köpfe, Abwesenheiten zuerst, Reihenfolgen mit Wartezeiten und sichtbare Änderungen. Die Regeln gelten auf Papier genauso wie in Software — entscheidend ist, dass sie konsequent gelten.
Warum sich der Aufwand lohnt, zeigt der Preis des Gegenteils: Eine Doppelbelegung wird morgens auf dem Hof entschieden, unter Zeitdruck und ohne den Plan. Eine Baustelle bekommt die Kolonne, die andere bekommt einen Anruf — und mit ihm wackelt eine Terminzusage, die vielleicht schon beim Auftraggeber liegt. Verlässliche Einteilung ist deshalb keine Ordnungsliebe, sondern Terminschutz.
Die Beispiele stammen wie in der ganzen Artikelserie vom Baugeschäft Huber & Sohn, einem frei erfundenen Musterbetrieb mit vier Kolonnen — Abbruch, Rohbau, Dach, Sanitär — auf fünf Baustellen.
Regel 1: Eine Quelle der Wahrheit
Die meisten Doppelbelegungen brauchen keine zwei Fehler, sondern nur zwei Listen. Bei Huber & Sohn sagt der Bauleiter die Dach-Kolonne für KW 37 der Kita Sonnenweg zu, das Büro verspricht sie in derselben Woche der Lindenstraße — beide führen ihre eigene Übersicht, beide haben recht, und zusammen ist es unmöglich. Die Regel dagegen ist einfach und unbequem: Es gibt genau einen Plan, und jede Zusage entsteht aus ihm. Was nicht im Plan steht, ist nicht zugesagt; wer zusagt, trägt ein. Wie eine Einteilung aussieht, die alle Baustellen nebeneinander zeigt, beschreibt die Seite zur Kolonnenplanung.
Regel 2: Ganze Kolonnen statt Köpfe
„Zwei Mann vom Rohbau helfen diese Woche kurz auf der Alten Post aus” — so beginnen Doppelbelegungen, die in keinem Plan stehen: Die Kolonne arbeitet faktisch auf zwei Baustellen, eingeteilt ist sie auf einer. Geplant werden sollte so, wie eingeteilt wird — und eingeteilt wird auf dem Bau in Kolonnen, nicht in Einzelpersonen. Eine Kolonne ist zu einer Zeit an einem Ort. Wenn eine Baustelle wirklich nur zwei Mann braucht, ist das keine halbe Zuordnung, sondern ein Anlass, den Zuschnitt der Kolonnen zu überdenken — die Planung sauber zu halten ist wichtiger, als jede Ausnahme abzubilden. Bei Huber & Sohn heißt das konkret: In KW 35 steht die Rohbau-Kolonne vollständig auf der Lindenstraße, in KW 36 vollständig auf der Alten Post. Wer den Plan liest, weiß ohne Rückfrage, wo jeder ist — und jede neue Anfrage für diese Wochen hat eine klare Antwort.
Regel 3: Abwesenheiten zuerst
Die Sanitär-Kolonne von Huber & Sohn hat in KW 38 Betriebsurlaub. Steht dieser Urlaub im Plan, bevor die Woche verplant wird, prallt jeder Einteilungsversuch sichtbar dagegen — der Konflikt fällt am Schreibtisch auf und kostet einen Klick. Steht er nicht drin, fällt er am Montag der KW 38 auf und kostet eine Baustelle. Deshalb: Urlaub, angekündigte Fehlzeiten und Betriebsferien je Kolonne pflegen, sobald sie bekannt sind — erst dann Einsätze planen. Das gilt auch für halbe Sachen wie den angekündigten Arzttermin des Kolonnenführers: lieber einmal zu viel eingetragen als einmal zu wenig. Abwesenheiten sind die billigsten Konflikte, die Sie je vermeiden werden.
Regel 4: Reihenfolgen mit Wartezeiten
Nicht jede Doppelbelegung sieht aus wie eine: Auf der Alten Post braucht das Mauerwerk nach der Entkernung fünf Arbeitstage Abstand, weil das Gebäude nach der Schwammsanierung trocknen muss. Steht diese Wartezeit nicht im Plan, fährt die Rohbau-Kolonne in KW 36 zu einer Baustelle, auf der sie nicht arbeiten kann — und fehlt gleichzeitig dort, wo sie hätte arbeiten können. Nachgewerke „auf Sicht” zu starten, verbrennt Kolonnen genauso wie ein doppelter Eintrag. Reihenfolgen und Wartezeiten gehören deshalb in die Einteilung; wie das im Detail geht, zeigt der Artikel Trocknungszeiten im Bauablauf: planen statt hoffen.
Regel 5: Änderungen sichtbar machen
Der Plan vom Montag ist am Mittwoch alt — das ist normal und kein Planungsfehler. Zum Fehler wird es, wenn die Änderung am Telefon passiert und im Plan nicht ankommt: Ab dann arbeitet der Betrieb wieder mit zwei Wahrheiten, und Regel 1 ist gebrochen. Meldet sich am Mittwoch der Kolonnenführer krank, wird die Umplanung deshalb zuerst im Plan gemacht und dann telefoniert — nicht umgekehrt. So sieht jeder, der danach in den Plan schaut, den neuen Stand statt des alten. Hilfreich ist außerdem die Trennung von Entwurf und Zusage: Bei Huber & Sohn steht die Halle im Gewerbepark Ost komplett als Entwurf im Plan — jeder sieht, dass hier geplant, aber noch nichts versprochen ist. Verbindlich wird ein Termin erst, wenn er ausdrücklich festgeschrieben ist; nach außen geht nur, was fest ist.
In BauPlaner sieht das so aus
BauPlaner ist um genau diese Regeln herum gebaut: ein Plan mit allen Baustellen und Kolonnen in einer Zeitleiste, belegt wird die Kolonne als Ganzes, Urlaub und Betriebsferien stehen neben den Einsätzen, Wartezeiten hängen an den Reihenfolgen. Verstößt eine Einteilung gegen eine der Regeln — Doppelbelegung, Einsatz in der Abwesenheit, verletzte Reihenfolge —, meldet BauPlaner das als Hinweis, ohne das Speichern zu blockieren: Das System meldet, der Baumeister entscheidet. Und jeder Termin ist sichtbar Entwurf oder festgeschrieben, sodass Regel 5 keine Disziplinfrage mehr ist, sondern der Normalzustand.
Der nächste Schritt
Fangen Sie mit Regel 3 an, sie kostet am wenigsten: Tragen Sie heute alle bekannten Urlaube, Fehlzeiten und Betriebsferien Ihrer Kolonnen für die nächsten acht Wochen an einer Stelle zusammen. Legen Sie dann fest, welche eine Liste ab jetzt die Quelle der Wahrheit ist — Regel 1 —, und halten Sie die übrigen drei Regeln dagegen, wenn die nächste Woche geplant wird. Doppelbelegungen verschwinden nicht durch Werkzeuge allein, aber sie überleben keine konsequent geführte Einteilung.